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Preisanpassung Erdgas zum 01. November 2022

Zum 01. November 2022 passt die Energieversorgung Marienberg GmbH (EVM) die Preise für Erdgas in der Grund- und Ersatzversorgung sowie allen Wahltarifen an.

 

Grund dafür sind mehrere Umlagen: die Gasbeschaffungsumlage und Speicherumlage, die die Bundesregierung neu eingeführt hat, sowie die Bilanzierungsumlage,

deren Höhe die Trading Hub Europe (THE) GmbH – als Marktgebietsverantwortlicher im deutschen Gasmarkt – neu festgesetzt hat.

 

Weiterhin setzt die EVM die am 08. Juli 2022 im Bundestag beschlossenen Änderungen des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) um und führt alle bestehenden Grundversorgungstarife zu einem einheitlichen Grundversorgungstarif zusammen (hier unsere Bekanntmachung zum Thema). Die Ersatzversorgung für Nicht-Haushaltskunden besteht bereits getrennt vom Grundversorgungstarif.

 

Wir informieren alle Privat- und Geschäftskunden schriftlich über die Preisanpassung. Weitere Informationen halten wir hier im Online-Beitrag bereit.

 

Fragen & Antworten:

Warum passt die EVM die Preise für Erdgas zu diesem Zeitpunkt an?

Wahrscheinlich haben Sie in den letzten Wochen und Monaten die Medienberichterstattung über erheblich steigende Energiepreise in Deutschland und Europa verfolgt. Die Beschaffungskosten, die die Energieversorger für Erdgas zahlen müssen, sind in den vergangenen Monaten extrem stark gestiegen – ein Beispiel: Gegenüber Anfang 2021 haben sich die Gaspreise im Großhandel bis Anfang August 2022 mehr als verachtfacht. Wann diese Hochpreisphase endet, ist nicht absehbar. Ähnlich wie viele andere Energieversorger kann auch die EVM die außergewöhnlich hohen Kostensteigerungen nicht mehr ausgleichen.

Warum kommt es an den Energiemärkten zu so extremen Preissteigerungen?

Ursache für die stark steigenden Großhandelspreise sind verschiedene weltweite Entwicklungen. Bereits im letzten Jahr sind die Preise an den Energiebörsen stark gewachsen, Grund dafür war eine weltweit nahezu zeitgleich einsetzende konjunkturelle Erholung nach der Hochphase der Corona-Pandemie. Überall wurden die strikten Lockdowns aufgehoben, was zu einer Erholung der Wirtschaft in vielen Staaten gleichzeitig führte. Dies brachte in allen Weltregionen gleichzeitig eine erhöhte Nachfrage nach Rohstoffen mit sich und ließ die Preise international steigen. Witterungsbedingt vergrößerte sich zudem die Nachfrage nach Gas.

 

Der zweite wesentliche Faktor ist der Angriff Russlands auf die Ukraine. Der Angriffskrieg führt nicht nur zu großen Unsicherheiten auf den Rohstoffmärkten. Die von Russland im Zuge des Krieges stark gekürzten Gaslieferungen verknappen das Gasangebot. Das führt zu stark wachsenden Preisen beim Gaseinkauf.

Was ist die Gasbeschaffungsumlage?

Auf Basis des § 26 Energiesicherungsgesetz (EnSiG) und der Gaspreisanpassungsverordnung (GasPrAnpV) sollen die Mehrkosten für die Ersatzbeschaffungen von Erdgas den Gasimporteuren im Falle einer erheblichen Reduzierung der Gasimportmengen erstattet werden und in Form der neu geschaffenen sogenannten Gasbeschaffungsumlage weitergegeben werden können.

Was ist die Speicherumlage?

Nach § 35 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) dient die mit Blick auf die Gas-Versorgungssicherheit neu geschaffene Umlage der Sicherstellung von konkreten Mindestfüllständen der Gasspeicher an bestimmten Stichtagen. Dies soll dazu beitragen, dass im Winter auch bei Ausfall von Gasimporten die Gasversorgung in Deutschland gesichert ist.

Was ist die Bilanzierungsumlage?

Zur Deckung des zu erwartenden Fehlbetrages aus dem Einsatz von Regel- und Ausgleichsenergie wird gemäß der Festlegung der BNetzA (GaBi Gas 2.0) u. a. die Bilanzierungsumlage erhoben.

Warum werden diese Umlagen erhoben?

Die deutliche Kürzung der Gaslieferungen durch Russland betrifft auch die Gasversorgungssicherheit im Winter. Die Bundesregierung hat deshalb mehrere Maßnahmen ergriffen, um die Versorgungssicherheit zu stärken. Dazu gehört unter anderem die drastisch beschleunigte Einspeicherung von Erdgas in die Gasspeicher, aber auch von der Bundesregierung beschlossene Stützungsmaßnahmen für die großen Gasimport-Unternehmen, denen Gaslieferungen aus Russland weggebrochen sind. Sie müssen diese Gasmengen, die einen Teil des Gasbedarfs in Deutschland decken, jetzt in kürzester Zeit zu extrem hohen Preisen nachbeschaffen.

 

Zur Finanzierung solcher Maßnahmen hat die Bundesregierung unter anderem die Gasbeschaffungsumlage und die Gasspeicherumlage neu eingeführt. Sie werden auf den Gasverbrauch der Haushalte sowie den Verbrauch der Industrie- und Gewerbekunden erhoben. Eine Erläuterung zur Gasbeschaffungsumlage finden Sie auf der Internetseite des Bundeswirtschaftsministeriums.

 

Die EVM ist gesetzlich verpflichtet, die aus dieser Umlage erzielten Einnahmen vollständig abzuführen, sie verbleiben also nicht in unserem Unternehmen.

Ab wann und wie lange müssen die Umlagen gezahlt werden?

  • Gasbeschaffungsumlage: vom 01. Oktober 2022 bis zum 01. April 2024
  • Speicherumlage: vom 01. Oktober 2022 bis zum 01. April 2025

Im Kundenanschreiben geben wir auch Auskunft zur Höhe der Umlagen, ebenso zu ihrem jeweiligen Änderungsturnus, sodass Kunden abschätzen können, wie häufig Preisanpassungen (Erhöhungen oder Senkungen) in Zukunft möglich sind.

Erhöhen sich die Abschläge für die Erdgaslieferung?

Die Abschläge für die Erdgaslieferung passt die EVM den aktuellen Preisen an. Dies ist notwendig, damit Kunden mit der Jahresrechnung keine zu hohe Rückzahlungsforderung erhalten. Sie werden zeitgleich mit dem Preisanpassungsschreiben über die neuen Abschlagszahlungen informiert.

Ab wann wird die geplante Umsatzsteuersenkung für Gas auf 7% wirksam?

Die Bundesregierung plant, die Umsatzsteuer für Gas von 19% auf 7% zu senken, um Gaskunden zu entlasten. Der niedrigere Steuersatz soll voraussichtlich vom 01. Oktober 2022 bis 31. März 2024 gelten. Diese Senkung werden wir vollumfänglich an unsere Kunden weitergeben, sobald der Gesetzgeber die gesetzliche Grundlage geschaffen hat.

Wie kann ich als Kunde Energie sparen, um meine künftigen Kosten zu verringern?

Der EVM ist bewusst, dass diese Preissteigerungen für die Kunden eine enorme Belastung bedeuten. Die Bundesregierung hat in diesem Jahr mehrere entlastende Maßnahmen umgesetzt (beispielsweise die Abschaffung der EEG-Umlage auf den Strompreis), um die Haushalte zu entlasten. Weitere Entlastungsschritte sind auf dem Weg.

 

Dennoch bleiben die wachsenden Preise eine Herausforderung. Eine Möglichkeit, den starken Preisanstieg zumindest zu dämpfen, ist das Energiesparen. Auf der Internetseite www.ganz-einfach-energiesparen.de finden Sie zahlreiche Hinweise, wie Sie Ihren Energieverbrauch und damit Kosten senken können. Auch das Bundeswirtschaftsministerium und das Umweltbundesamt haben Tipps zur Senkung des Energieverbrauchs für Haushalte zusammengestellt:

Was kann ich als Kunde tun, wenn ich die Rechnung nicht mehr bezahlen kann?

Falls Sie bereits absehen können, dass Sie eine Rechnung oder die erhöhten Abschläge nicht bezahlen können, melden Sie sich bitte zeitnah bei der EVM. Gemeinsam suchen wir im Dialog nach Lösungen.

 

Ebenso sollten betroffene Kunden rechtzeitig mit ihrem örtlichen Sozial- oder Arbeitsamt und mit Sozialberatungsstellen wie der Diakonie Kontakt aufnehmen, um über Lösungsschritte zu sprechen.

 

Bitte kürzen Sie nicht kommentarlos Ihre Zahlung. Die EVM wird sich dann in jedem Fall wieder mit Ihnen in Verbindung setzen. In dieser angespannten Situation möchten wir Konflikte gern vermeiden.

An wen kann ich mich mit Beschwerden zur Preisanpassung wenden?

Die EVM ist für die neu erhobenen Umlagen nicht verantwortlich. Bei Beschwerden zu diesem Thema bitten wir die Kunden, sich an das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) zu wenden.

 

 

Weiterführende Informationen finden Sie hier:

Lage der Gasversorgung in Deutschland,
Hintergrundinformationen der Bundesnetzagentur,
weitere Informationen zu den Umlagen

Gasbeschaffungsumlage

Gaspreisanalyse

Umsatzsteuersenkung auf Gas

So funktioniert der Gasmarkt

Notfallplan Gas

Versorgungssicherheit

Monatlicher Erdgasverbrauch in Deutschland
im Vorjahresvergleich

Energie sparen

Drittes Entlastungspaket

Kontakt zum Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK)



Wenn jetzt noch Fragen offen sind, dann wenden Sie sich gern an das Kundenbüro der EVM:

Tel. 03735 6793-34
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